Frühmittelalter Helme

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Frühmittelalter Helme

In der Betrachtung der Geschichtswissenschaft folgt auf die Spätantike in Europa und im Mittelmeerraum das frühe Mittelalter.

Die Bezeichnung Frühmittelalter beschreibt einen Zeitraum von etwa 500 n. Chr. Bis 1050 n. Chr., wobei die moderne Forschung den Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter als fließend und so nicht an einer präzisen Jahreszahl festzumachen beschreibt.

Die Epoche ist geprägt von religiösen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in ganz Europa, immer wieder auch verbunden mit kriegerischen Auseinandersetzungen.

Entsprechend viel Energie wurde in die Weiterentwicklung der Militärtechnik und nicht zuletzt der Qualität der Rüstungen investiert.

Der Helm ist im Frühmittelalter keine Neuheit. Einige Völker schützen den empfindlichen Kopf des Kriegers bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit, also seit mehr als 3.000 Jahren. Andere wiederum, zum Beispiel die Germanen, beginnen erst jetzt zunehmen damit, Helme zu tragen.

Der verbreitete Helm im europäischen Frühmittelalter ist der Spangenhelm. Seinen Namen verdankt er vier bis sechs Metallstreben, den sogenannten Spangen, die, ausgehend von einem Stirnreif, konisch gebogen, an der Spitze des Helms zusammenlaufen. Die dabei entstehenden Freiflächen zwischen den Streben sind durch Metallplatten, sogenannte Segmente geschlossen. Die Wahl des Materiale, einfaches Eisen, Silber, Bronze oder sogar Gold, war letztlich eine Frage der finanziellen Möglichkeiten des Trägers und damit seines militärischen und gesellschaftlichen Ranges.

Verfügt der Spangenhelm über eine Metallstrebe, die vom Stirnreif, mittig über der Stirn, nach unten verläuft und die Nase des Trägers bedeckt, spricht man auch beim Spangenhelm oftmals von einem Nasalhelm. Diese Bezeichnung ist jedoch streng genommen nicht ganz korrekt. Der klassische Nasalhelm zeigt sich ab dem 10. Jahrhundert und wurde charakteristisch aus einer einzelnen Eisenplatte geschmiedet.

Der klassische Spangenhelm ist zudem mit Wangenklappen ausgestattet. Der Nacken des Trägers wird zusätzlich durch ein an der Rückseite des Helms befestigtes Kettengeflecht geschützt.

Natürlich ist der Spangenhelm nicht der einzige Kopfschutz, der im Frühmittelalter genutzt wurde. Übergänge zwischen einzelnen Gattungen waren einerseits fließend, andererseits wurden Helme vorangehender Epochen auch weiter genutzt.

Neben dem Spangenhelm und dem Nasalhelm erfreuen sich Brillenhelme im Frühmittelalter großer Beliebtheit und regionaler Verbreitung, vor allen Dingen in Skandinavien und auf den Britischen Inseln. Nach der historischen Epoche zwischen 550 und 800 in Schweden ist die Bauweise auch als Vendelhelm oder aber als Nordischer Kammhelm bekannt.

Ähnlich dem Spangenhelm besteht das Grundgerüst des Vendelhelms aus drei Eisenbändern: eines umrundet den Kopf als Stirnreif, ein zweites verläuft als Scheitelband von vorne nach hinten über den Kopf und ein drittes umspannt den Kopf von Ohr zu Ohr. Die Zwischenräume füllen auch hier gewölbte Metallplatten. Die Bezeichnung als Brillenhelm verdankt der Vendelhelm dem brillenfömigen Gesichtsschutz und charakteristischen Beschlägen über den Augenbögen.

Nach einer archäologischen Fundstätte im norwegischen Gjermundbu benannt, weicht der Gjermundbu-Helm erkennbar vom klassischen Vendelhelm ab. Er besteht aus zwei Scheitelbändern sowie einem Band von Ohr zu Ohr. Untergenietete Metallplatten bilden eine halbkugelförmige Helmglocke. Nacken und die Seiten des Halses wurden auch beim Gjermundbu-Helm von Kettengewebe geschützt, als Brillenhelm weist ihr der charakteristische Gesichtsschutz aus.

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