Garments

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Wie die Menschen sich kleiden war im Mittelalter weniger Ausdruck von individuellem Geschmack als sichtbares Zeichen sozialer Stellung. Ein standesgemäßes Gewand war für die einen einfache, funktionale Bekleidung, für die anderen Statussymbol und modische Spielwiese. Neben der Rüstung hat die alltägliche Kleidung deshalb einen festen Platz in LARP und Reenactment.

Gewandung

Wenn wir an das Mittelalter denken haben wir meistens eine Zeit vor Augen, die von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen konkurrierenden Mächten geprägt ist. Der Ritter in schillernder Rüstung mit Lanze und Schwert, hoch zu Ross, ist das Symbolbild für eine Epoche, die in der historischen Realität weit mehr war, als eine Aneinanderreihung von Kriegen.

Auch wenn die Liste der Kriege und Feldzüge vom Beginn des Frühmittelalters bis zum Ende der Frührenaissance lang ist, bestanden die rund eintausend Jahre, die wir als Mittelalter kennen, doch nicht nur aus blutigen Schlachten um Macht, Ruhm und Ehre. Außerdem wurden Kriege im Mittelalter anders geführt, als wir sie aus der Neuzeit kennen, sodass während auf einzelnen Schlachtfeldern gefochten wurde, an anderen Orten das Leben seinen gewöhnlichen, alltäglichen Gang fortsetzte.

Entsprechend dürfen wir uns den Menschen im Mittelalter nicht nicht nur als adligen Feldherren oder bewaffneten Soldaten vorstellen.

Wer sich für die Welt des Mittelalters interessiert, sei es in der realitätsnahen Betrachtung des Reenactment oder in einer nur angelehnten, fantastischen Version des LARP, der interessiert sich auch für das Leben abseits der großen Schlachten und kleidet seine Charakterrolle so, wie sich Angehörige der unterschiedlichen Stände im Mittelalter kleideten.

Kleider machen Leute

Auch wenn Kleidung für unsere Vorfahren vor allen Dingen funktionalen Aspekten gerecht werden musste, die Blöße bedeckte, vor Wind und Wetter schützte und dabei ihren Träger nicht in seinem Tagwerk behindern durfte, kannte auch das Mittelalter bereits einen Modebegriff. So ist es uns heute möglich, den einzelnen zeitlichen Abschnitten des Mittelalters und unterschiedlichen Ländern und Regionen verschiedene Kleidungsstile zuzuordnen. Vor allen Dingen aber ist Kleidung im Mittelalter das sichtbare Zeichen einer Standeszugehörigkeit. Material, Farbe und Schnittform sowie die Auswahl der getragenen Kleidungsstücke wiesen ihren Träger oder ihre Trägerin ebenso einer Gesellschaftsschicht zu, wie die Rüstung einen adligen Ritter vom einfachen Fußsoldaten unterschied.

Das einfache, ?niedere" Volk nutzte Materialien und Fertigungsmethoden, die verfügbar und erschwinglich waren. Einfache funktionale Kleidung wurde aus Leinen, Hanf oder aus den Fasern der Brennnessel hergestelltem Nesseltuch von Hand gefertigt. Webstühle sind erst aus dem Hochmittelalter bekannt.

Neben dem Tuch, das für die eigene Kleidung hergestellt wurde, produzierten die unteren Stände auch als Abgabe für ihre Lehensherren, die Angehörigen des niederen Adels und des Klerus.

Edle Tücher und importierte Materialien wie Seide waren den höheren Ständen vorbehalten.

Die Farben des Geldes

Nicht nur feine Stoffe erforderten finanzielle Mittel, die dem Hochadel vorbehalten blieben, auch die Textilveredlung, vor allen Dingen durch Färben, war ein kostspieliges Privileg. Das einfache Volk trug Kleidung in Naturfarben.

Textilfarben wurden aus verschiedenen Naturstoffen, überwiegend aus Pflanzen gewonnen: zerquetschte Blätter, Beeren, Blüten oder Wurzeln wurden in für die Zeit aufwendigen Verfahren genutzt, um Stoffe zu färben.

Je aufwendiger die Herstellung einer Farbe desto kleiner der Kreis derer, denen Kleidung in dieser Farbe zugänglich war. Um anderthalb Gramm rotes Purpur zu gewinnen, wurde etwa 12.000 ausgewählten Schnecken eine Drüse entnommen, für fünf Gramm Karmin wurden 50 Kilo weibliche Kermesschildläuse gesammelt, getrocknet und mit Alaun behandelt.

Macht und Ordnung

Was sich aus technischen Voraussetzungen und wirtschaftlichen Möglichkeiten ergab, wurde schon früh in Regeln gefasst um Kleidung dauerhaft als Symbol der Macht zu etablieren. Kleiderordnungen sollten Hierarchien kenntlich machen aber auch finanzielle Mittel binden, die für den Import von Stoffen und Kleidung andernfalls verloren gegangen wären.

Von zeitlos praktisch bis modisch

Die Kleidung der Bauern und des einfachen Volkes orientierte sich an praktischen Erwägungen und hat sich im Laufe des gesamten Mittelalters kaum verändert.

Bauern trugen Kittel, Kurzmäntel, Röcke und Kleider. Wenn überhaupt bedeckte eine einfacher Filzkappe oder eine Haube den praktisch kurzen Haarschnitt oder das lang geflochtene Haar. Schuhwerk aus einfachem, derbem Leder oder auch aus weichem, geschnitztem Holz schützte die Füße bei der Arbeit.

Weitaus modischer und vielfältiger war dagegen die Auswahl an Kleidung in den gehobeneren Schichten. Ob Bliaut, ein von Männern und Frauen getragenes Obergewand in vielfältigen Schnittformen, aus edlen Stoffen, Chainse, als Unter- und Obergewand getragenes Hemdkleid aus feinem Leinen oder allseits bei Männern und Frauen des Adels beliebte Tunika ? wer es sich leisten konnte, füllte auch schon im Mittelalter seine Schränke mit abwechslungsreicher Kleidung für unterschiedlichste Anlässe.

Auch die Schuhmode weckte bereits im Mittelalter reges Interesse beim Adel. Als Statussymbol erscheinen uns zum Beispiel Schnabelschuhe heute fast amüsant, im 13. und 14. Jahrhundert waren die aufwendig verarbeiteten Modelle jedoch ein unmissverständliches Zeichen dafür, wem man gegenüberstand.

Abgerundet wurde das Bild des Hochwohlgeborenen durch zahlreiche Accessoires, wie den Gürtel aus bestem Leder, feinstem Brokat oder Samt, aufwendig bestickt, mit Perlen verziert und einer Schnalle aus goldener oder silberner, edelsteinbesetzter Handwerkskunst geschlossen.

Auch Handschuhe waren ein Privileg des Adels und des Klerus und wurden nicht weniger aufwendig und prachtvoll gearbeitet.

Adligen Müßiggang unterstrich eine zum Teil meterlange Schleppe, welche die Frau von Stand dazu zwang, sich bedächtig zu bewegen und zu betonen schien, dass Eile nur dem einfachen Volk geboten war.

Standesgemäß eingekleidet

Die Begeisterung für die Welt des Mittelalters kennt viele Ausdrucksformen. In sie einzutauchen fordert vor allen Dingen Deine Fantasie. Nachzuempfinden, wie die Menschen vor Jahrhunderten dachten und fühlten gelingt nur, wenn wir uns intensiv mit ihrer Lebenswirklichkeit beschäftigen. In ihrer Haut stecken, können wir zwar nicht, ihre zweite Haut kann uns aber ein Eindruck davon vermitteln, wie es sich anfühlte, im Mittelalter Bauer oder Adliger zu sein und ein paar Schritte in ihren Schuhen sind ebenso möglich.

Im Zeughaus findest Du eine große Auswahl an authentischen Kleidungsstücken und Accessoires, die Dich für ein paar unterhaltsame Stunden unter Gleichgesinnten auch optisch sprichwörtlich in den Stand versetzen. Wir kleiden Deinen LARP Charakter oder Dein Reenactment Vorbild vom Scheitel bis zur Sohle ein und bieten auch alltagstaugliche Kleidung, die mittelalterlichen Flair tragbar macht und mit modernem Tragekomfort kombiniert. Dabei achten wir auf höfische Qualität und Langlebigkeit zu Preisen, die keine Adelstitel voraussetzen.