Handschuhe

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Handschuhe

Der Hand eines Ritters wird im Mittelalter größte Bedeutung beigemessen. Redewendungen, die wir noch heute ganz selbstverständlich benutzen, stammen aus dieser Zeit. Dass etwas ?Hand und Fuß" hat, folgt aus der Feststellung, dass ein Ritter nur dann kampffähig war, wenn sein Fuß ihn im Steigbügel seines Rosses hielt und seine Hand ein Schwert führen konnte.

Die Hände im Kampf zu schützen war aber eine ganz praktische und nicht allein symbolische Aufgabe: eine verletzte Hand machte einen Kämpfer kurzfristig kampfunfähig und weitgehend wehrlos, langfristig war der Verlust der Funktionsfähigkeit der Hand das endgültige Aus für einen Ritter oder Soldaten.

Die Hand ist ein vielseitiges und beeindruckendes Werkzeug und gleichzeitig eines der empfindlichsten Körperteile. Ein kräftiger Schlag konnte Knochen brechen und die Schneiden verschiedener Waffen schweren Schaden verursachen, dem die mittelalterliche Medizin noch nicht im Ansatz gewachsen war. Schutz war folglich absolut unverzichtbar.

Handschuhe als Schutz vor Kälte kennt der Mensch bereits seit der Frühgeschichte. Die ersten Formen waren dabei alles andere als praktisch. Einfache sackartige Hüllen schränkten die Funktionsfähigkeit der Hände fast vollkommen ein. Erst Modelle mit separatem Daumenteil, die ersten Fausthandschuhe oder Fäustlinge, erlaubten es ihrem Träger die Hand als einfaches Greifwerkzeug zu nutzen. Schon aus dem alten Ägypten sind jedoch auch erste Fingerhandschuhe aus Leder bekannt.

Handschuhe gewinnen früh symbolische Bedeutung. Sie sind gleichermaßen Machtsymbol herrschender Schichten und Teil ritueller Handlungen. Bis heute kennen wir symbolische Handlungen mit Handschuhen, die in unserem Sprachgebrauch erhalten geblieben sind, wie den Fehdehandschuh oder auch die herabwürdigende Bedeutung des Geste des Schlags mit dem Handschuh ins Gesicht. Die Geste des Hinwerfens der Handschuhe als Zeichen der Eröffnung einer Fehde und ihr Aufheben als annehmende Erwiderung haben ihren Ursprung in der Zeit des Rittertums.

Rittertum als Hand-Werk

Bis ins Hochmittelalter trugen Ritter Handschuhe aus derbem Leder mit einer breiten Stulpe. Etwa ab dem 13. Jahrhundert wurden die Handrücken von ledernen Fausthandschuhen mit Metallringen besetzt, um ihnen mehr Widerstandskraft zu verleihen.

Zur Kettenrüstung gehörten Kettenfäustlinge oder auch hochwertig gearbeitete Fingerhandschuhe aus Kettengeflecht.

Erste Panzerhandschuhe nutzten Handschuhe aus Hirsch- und Rindsleder, auf denen Metallplatten befestigt wurden, welche den Handrücken, den Daumen und teilweise auch die einzelnen Finger abdeckten. Um zumindest den Daumen beweglich zu halten, war die Metallabdeckung mit einem Scharnier versehen. Die Abdeckung des Handrückens, die sogenannte Hentze mündete in eine Stulpe und schützte das Handgelenk. Gemeinsam mit Armschienen und Plattenschultern bildeten die Handschuhe so eine Einheit, die den gesamten Arm schützte.

Die Plattenrüstungen des Spätmittelalters wurden mit aufwendig gearbeiteten Plattenhandschuhen getragen. Die elementaren Fortschritte in der Metallbearbeitung ermöglichten neben sehr groben Plattenfäustlingen eine vergleichsweise präzise Ausarbeitung der einzelnen Finger bis hin zu den einzelnen Fingergliedern, die beweglich miteinander verbunden waren und grundlegende Fingerfertigkeit des Trägers erhielten.

Wir reichen Dir die Hand

Zumindest dann, wenn Dein Charakter in LARP oder Reenactment von edlem Blut ist, versteht es sich fast von selbst, dass er nicht zur Waffe greift, ohne seine wertvollsten Werkzeuge, seine Hände zu schützen.

Unsere Kollektion aus Plattenhandschuhen, Plattenfäustlingen und Fingerhandschuhen, sind eine Investition in die Ausgestaltung Deiner Figur, die vielleicht nicht weit oben auf Deiner Prioritätenliste steht, aber für die Vervollständigung Deines Erscheinungsbildes unverzichtbar ist.

Die verschiedenen Modelle sind optimal mit den passenden Plattenarmen kombinierbar und decken mit einer Einheitsgröße einen großen Bereich an gängigen Handgrößen ab.

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